Lösungen für die lebenswerte Stadt

Eine Hochgarage in einem engmaschigen Altstadtensemble ist nicht mehr zeitgemäß. Es gibt bessere Wege, sein Auto abzustellen. Auch Asphaltschneisen, die Fußgängern als unüberwindbare Hürde erscheinen, müssen auf den Prüfstand. Gefragt ist ein Verkehrsraum, auf dem der Platz für Autofahrer, Radler und Fußgänger mit heutigen technischen Möglichkeiten nach aktuellen und künftigen Bedürfnissen ausgerichtet ist.

Das Münchner Unternehmen WÖHR + BAUER möchte mit dem Projekt TOM & HILDE einen wichtigen Beitrag zur Stadtreparatur leisten: Um das Areal an der Hildegardstraße für das Stadtleben qualitätsvoller zu gestalten und zugleich verkehrlich zu entlasten, haben Stadtrat und Bezirksausschuss die Errichtung einer Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring beschlossen. 520 Stellplätze direkt unter dem Altstadtring sollen den zum Teil auch durch Stellplatzablöse gebundenen Parkraum aus der Hochgarage an der Hildegardstraße ersetzen. Die neue Tiefgarage leistet zugleich einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung: Als Mobilitätshotspot bietet die Garage die Möglichkeit, moderne Formen der Fortbewegung zu kombinieren: Car-Sharing, E-Bike-Verleih, Radlsafe und E-Ladestation.

Im zweiten Schritt eröffnen zwei mit den Anforderungen des Denkmalschutzes abgestimmte neue Stadthäuser zwischen Neuturmstraße/Hildegardstraße/Hochbrückenstraße links und rechts einer neuen hindurchführenden, offenen Fußgängerpassage freien Stadtraum, der bisher von dem monolithischen Garagenbauwerk bestimmt wurde. Dort, wo bisher Hunderte von Stellplätzen den Autoverkehr in die engen Gassen der Altstadt lockten, entsteht ein architektonisch anspruchsvolles Ensemble, das neben der Erweiterung des Hotels Mandarin Oriental auch Platz für Wohnungen, Büros und Gastronomie bietet. Die Weiterführung der Falckenbergstraße als offene Fußgängerpassage Richtung Süden sowie neue Aufenthaltsflächen schaffen wertvollen Freiraum.

Mit TOM & HILDE bleibt WÖHR + BAUER seiner Mission treu: Ein Immobilienprojekt soll den künftigen Nutzern – wie auch dem Umfeld einen Mehrwert bieten. Erst dann wird aus einer Idee ein Erfolgsmodell. Am St.-Jakobs-Platz ist dies WÖHR + BAUER mit der Realisierung des preisgekrönten Angerhofs bereits gelungen. Das für den Immobilien-Oscar der MIPIM nominierte Stadthaus schuf zugleich die auch genutzte Möglichkeit, den öffentlichen Raum im Umfeld entscheidend weiterzuentwickeln.

Design trifft Nutzwert

Nur auf den ersten Blick haben der Bau einer Tiefgarage und die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses nicht viel gemeinsam. Bei der Landeshauptstadt München und bei WÖHR + BAUER gehört beides von Anfang an zusammen. Auch was die Ansprüche an Gestaltungsqualität und Nutzwert betrifft. Sowohl die Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring als auch die beiden Gebäude in der Hildegardstraße setzen hohe Maßstäbe an Ästhetik und Funktionalität.

In der Aufgabenstellung für die Architekten ging es auch um die sensible Integration der geplanten Baukörper in das bestehende teils denkmalgeschützte Umfeld. Für den Neubau in der Hildegardstraße wurde nach einem gemeinsam mit der Landeshauptstadt München durchgeführten Architektenwettbewerb der Entwurf des Büros HILD und K ausgewählt. Das Konzept hebt sich durch die Leitidee hervor, ein harmonisches Miteinander mit historischen Bauformen in der Münchner Altstadt zu gewährleisten. Das Projekt formuliert zwei charaktervoll geformte Baukörper, die im Zusammenspiel mit dem ungleichmäßigen Zuschnitt des Grundstücks im Stadtgefüge deutlich lesbare Fassaden ausbilden.

Immobilien in herausragender Lage gemäß den speziellen Anforderungen des Umfelds zu entwickeln – und durch intensiven Dialog mit allen Beteiligten auch komplexe Aufgabenstellungen zu lösen – dafür fühlt sich WÖHR + BAUER verantwortlich. Vorbildlich gelungen ist dies dem Büro Steidle Architekten und Landschaftsarchitekten Jühling mit dem Entwurf der Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring. Öffentlichkeit und Presse beurteilen die geplante Gestaltung der Zu- und Abfahrten sowie der Treppenhäuser einhellig als „äußerst gelungen“. Bronzefarbenes Metall mit filigraner Ornamentik verleiht der Glaskonstruktion über den Rampen eine unverwechselbare Optik. Der außergewöhnliche Eindruck wird durch dezente Lichtkunst verstärkt, die zwischen Glas und Ornamentplatten sanft illuminiert. Beleuchtet mit moderner und energiesparender LED-Technik, geben die Einfahrten Orientierung und erfüllen zugleich eine sehr wichtige Funktion: Die Einhausung der Ein- und Ausfahrten dient als effektiver Lärmschutz.

Die Präsentation der Architektur können Sie hier im Detail ansehen.    

Mobilität ist Leben

Der Mobilitätshotspot Thomas-Wimmer-Ring geht auf die Initiative des Münchner Stadtrates zurück. Die Tiefgarage am Altstadtring dient als Ersatzstandort für die entfallende Hochgarage in der Hildegardstraße. Durch die starke Auslastung dieser Garage nahe dem Hofbräuhaus war ein Verzicht auf die mehr als 400 Stellplätze nicht möglich. Hinzu kommt, dass es zahlreiche Anwohnerstellplätze gibt, die durch die bereits geleistete Stellplatzablöse auch weiterhin wohnortnah bereit gehalten werden müssen. Die Lage für den Neubau am Thomas-Wimmer-Ring wurde nach Untersuchung möglicher Standorte in der Innenstadt durch das Planungsreferat der Landeshauptstadt München vorgeschlagen und vom Stadtrat festgelegt.

WÖHR + BAUER hat die Tiefgarage konzeptionell zu einem Hotspot für Nahmobilität weiterentwickelt. Durch ein vielfältiges Angebot von Verkehrsmitteln in unmittelbarer Nähe von Trambahn und S-Bahn können Besucher hier vom Auto aufs eigene Rad oder geliehene E-Bike umsteigen. Bei schlechtem Wetter stehen Fahrzeuge eines Car-Sharing-Anbieters bereit.

Jedes der vier Treppenhäuser erlaubt mit einem Lift den barrierefreien Zugang zur Parkgarage. Oberirdisch sind lediglich die grün bewachsenen Rampenbauwerke sowie vier Aus- und Eingänge an den Eckpunkten der Tiefgarage sichtbar. So kann jeder Tiefgaragennutzer sein Ziel auf dem kürzesten Weg erreichen.

Der Mobilitätshotspot TOM wird zeigen, dass ein Verkehrsbau durch gestalterische Qualität ein Ort werden kann, an dem die Menschen sich wohlfühlen. Durch tageslichtähnliche Beleuchtung, feinsinniges Farbdesign und natürlich vor allem durch die luftige bauliche Gestaltung mit Deckenhöhen von rund 2,50 Metern wird ein Umfeld geschaffen, das die Orientierung vereinfacht und Übersichtlichkeit schafft. Es gibt sogar eine direkte Sicht auf die verglaste Unterführung, die den bisherigen Fußgängertunnel ersetzt.

Stadtreparatur mit Sinn für Identität

TOM & HILDE eröffnet dem östlichen Teil der Münchner Altstadt ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten einer zukunftsfähigen Stadtgestaltung: Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen. So schafft das Projekt in einem von Parksuchverkehr befreiten Areal eine neue Wegeverbindung von der Maximilanstraße zur Hochbrückenstraße, es erlaubt neue Stadtplätze mit sonnigen Straßencafés und es entwickelt zwei Stadthäuser, die sich mit einem außergewöhnlichen Hotel, Spa und Restaurant einem urbanen Münchner Lebensgefühl widmen, das vom Sinn für Wertigkeit, Individualität und Traditionsbewusstsein geprägt ist.

Auf der Zusammenführung von Lehel und Altstadt liegt dabei ein weiteres besonderes Augenmerk. Auch bei der Gestaltung der neu gestalteten Grünflächen am Thomas-Wimmer-Ring legt die Siegerin des Architektenwettbewerbs, Landschaftsarchitektin Stefanie Jühling, daher viel Wert auf eine Qualität, die für jedermann spürbar ist:

Neben der barrierefreien Unterführung und einer möglichen oberirdischen Querungsmöglichkeit soll auch die Entwicklung neuer Platzsituationen auf beiden Seiten des Thomas-Wimmer-Rings beide Straßenseiten besser zusammenführen. Durch Grünflächen und Sitzgelegenheiten wird auch der Platz vor dem Maxforum neu belebt.

Zwischen Isartorplatz und Maximilianstraße entsteht ein grüner, öffentlicher Freiraum, der mit Baumbestand, gepflasterten Fußwegen und vielfältig bepflanzten Grüninseln die erlebare Freifläche für die Fußgänger deutlich erhöht. Durch die neue Gestaltung der Grünflächen verliert der Altstadtring zwischen Isartor und Maximilianstraße seinen Rennstrecken-Charakter und bietet Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Entwicklung des gesamten öffentlichen Raumes rund um das Isartor.

Verantwortung für die Natur

Eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt gehört zu den unverzichtbaren Werten von WÖHR + BAUER. Die Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring wurde mit einem besonderen Fokus auf Emissionsschutz konzipiert. Die mit Schallschutzglas verkleideten Ein- und Ausfahrten vermindern die Geräuschentwicklung besonders effektiv. Zugleich vermindern die begrünten Dächer der Zufahrten die Feinstaubbelastung am Altstadtring und beeinflussen das Mikroklima positiv.

Bei der Pflasterung der neuen Stadtplätze an der Hildegardstraße wird nach Möglichkeit fotokatalytischer Zementstein eingesetzt. Das Material baut in der umliegenden Atmosphäre unter Einsatz von UVA-Strahlung Stickoxide ab und verbessert dadurch die Luftqualität. Unterschiedliche Pflanzenarten, Bäume, Sträucher und Gräser unterstützen diese Wirkung und schaffen ökologische Diversität in einem Maße, das in einem Innenstadtquartier angemessen ist.

Um moderne, emissionsarme Mobilitätskonzepte zu fördern, unterstützt WÖHR + BAUER mit TOM & HILDE den Ausbau der Rad- und Elektro-Mobilität. In der Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring werden E-Ladestationen und ein Hotspot für Carsharing eingerichtet. Funktechnische Ausstattung stellt sicher, dass Kunden auf ihrem Handy jederzeit feststellen können, ob in der Garage ein CarSharing-Fahrzeug bereit steht. In einem eigens eingerichteten Fahrrad-Bereich der Tiefgarage finden Nutzer neben einer Radl-Werkstatt auch elektrische Leihräder und einen Radl-Safe, um das eigene Fahrrad sicher zu verwahren.

Der Weg zu TOM & HILDE

23.07.2003

Die Vollversammlung des Stadtrates verabschiedet die Neufassung des Beschlusses „Anwohnergaragen in München“. Mit diesem Beschluss wird das Planungsreferat zusammen mit dem Baureferat und dem Kommunalreferat beauftragt, die Planungen zur Schaffung von Anwohnerstellplätzen in einer Garage unter dem Thomas-Wimmer-Ring fortzusetzen.

28.11.2007

Vollversammlung des Münchner Stadtrates beschließt die Neubeplanung von Thomas-Wimmer-Ring und dem Bereich Hildegardstraße.

07.10.2009

Stadtratsbeschluss: Auftrag zur Ausschreibung eines Grundstücksverkaufs und einer Erbbaurechtsvergabe

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April 2013

Kaufvertrag Hildegardstraße und Erbbaurecht Thomas-Wimmer-Ring wird unterzeichnet. WÖHR + BAUER erwirbt das Grundstück an der Hildegardstraße von der LH München und erhält Erbbaurecht am Thomas-Wimmer-Ring.

21.10.2013

Bürgerinformation mit einer Veranstaltung im Hofbräuhaus: Stadtbaurätin Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk stellt WÖHR + BAUER als Gewinner des internationalen Wettbewerbs vor.

31.10.2013

Die Architekten sind gefragt: Startschuss für den Realisierungswettbewerb Thomas-Wimmer-Ring.

31.01.2014

Entscheidung des Preisgerichts zum Architektenwettbewerb Thomas-Wimmer-Ring. Insgesamt fünf Architekturbüros hatten ihre Entwürfe für den Realisierungswettbewerb eingereicht. Der Entwurf von Steidle Architekten und Stefanie Jühling Landschaftsarchitektin/Stadtplanerin überzeugte die Jury mit einem schlüssigen Konzept, spannenden Materialien und innovativer Technik.

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06.02.2014

Bürgerinformation: Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse vom Thomas-Wimmer-Ring im Planungsreferat

25.02.2014

Bürgerinformation: Präsentation der Wettbewerbsergebnisse Thomas-Wimmer-Ring im Hofbräuhaus.

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25.03.2014

Am Dienstag, den 25. März 2014 unterzeichnet die Mandarin Oriental Hotel Group in München den Kaufvertrag für die Erweiterung des erfolgreichen Standortes an der Hildegardstraße.

März 2014

Das Preisgericht des Architektenwettbewerbs Hildegardstraße kürt den spektakulären Entwurf des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano Arquitectos zum Sieger.

27.01.2015

Nach einem klaren Bekenntnis des Preisgerichts am Ende der Nachbearbeitung des Siegerentwurfs für den zurückhaltenderen, ebenfalls preisgekrönten Entwurf von HILD und K Architekten folgt WÖHR + BAUER den Empfehlungen des Expertengremiums und entscheidet sich für die Umsetzung des Entwurfs von HILD und K Architekten.

13.02.2015

Antrag von WÖHR + BAUER auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans am Thomas-Wimmer-Ring und im Bereich Neuturmstraße/Hildegardstraße/Hochbrückenstraße für TOM und HILDE.

17.03.2015

Bürgerinformation: In einer Ausstellung von 17. - 22.03.2015 präsentiert WÖHR + BAUER in der Hildegardstraße 2 alle neun Varianten der teilnehmenden Architekturbüros für das Projekt HILDE mit Modellen und Plänen.

27.03.2015

Bürgerversammlung im Gemeindesaal St. Lukas auf Einladung des Bezirksausschuss BA1 mit persönlicher Information durch WÖHR+BAUER und Architekten.

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06.05.2015

Stadtratsbeschluss macht den Weg frei für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan.

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14.07.2016

Stadtrat fasst den Billigungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan für TOM & HILDE.

23.11.2016

Stadtrat fasst den Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan für TOM & HILDE.

08.02.2017

Um die anstehenden Baumaßnahmen am Thomas-Wimmer-Ring zu erläutern, laden wir am 8. Februar 2017 zu einem Infoabend.

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18.02.2017

Baubeginn für „Tom": Am Samstag, den 18. Februar 2017 beginnt am Thomas-Wimmer-Ring die Einrichtung der provisorischen Verkehrsführung. Den Autofahrern stehen während der dreijährigen Bauzeit in jede Fahrtrichtung zwei Fahrspuren zu Verfügung.

24.04.2017

Teilbbruch der alten Unterführung: In der 17. Kalenderwoche wird die bisherige Fußgängerunterführung in einem Teilbereich abgebrochen und wieder verfüllt.

02.05.2017

Die Errichtung der Bohrpfahlwände beginnt. Zwei Spezialtiefbaumaschinen der BAUER AG erstellen im Untergrund Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern auf der gesamten Länge der späteren Tiefgarage.

Münchner Bau- und Braugeschichte

Der nähere Planungsbereich liegt innerhalb der Altstadt, im so genannten Graggenauer Viertel. Der Bereich am Thomas-Wimmer-Ring bildete bis Ende des 18. Jahrhunderts als Teil der Wallanlagen den östlichen Abschluss der Altstadt. Mit Abriss der Wehranlagen und Nutzung für die Stadterweiterung wurde die damalige Situation grundlegend verändert. Das Grundstück war Teil der Brauereianlage (Sudstätte, Malzmühle) des heutigen Staatlichen Hofbräuhauses mit der Gaststätte an der Orlandostraße/Platzl.

Die Vergrößerung der Gaststätte und das begrenzte räumliche Entwicklungspotenzial erforderten Ende des 19. Jahrhunderts die Verlagerung der Produktionsstätte an die Innere Wiener Straße. Gleichzeitig wurde die Gaststätte am Platzl nach den Plänen von Max Littmann und Jakob Heilmann vergrößert. Auf den frei werdenden Grundstücken wurden Mietshäuser errichtet, die als baugeschichtliches Zeugnis auch heute noch das Quartier prägen.

Nördlich des Planungsbereiches wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Schauspielhaus an der Maximilianstraße nach den Plänen von Richard Riemerschmied errichtet. Im Jahr 1926 zogen die Münchner Kammerspiele in den Jugendstilbau ein.

Im damaligen Stadtgrundriss verlief an Stelle der heutigen Falckenbergstraße die Herrnstraße durchgehend bis zur Hochbrückenstraße und nahm den historischen Wallverlauf auf. Ein erheblicher Teil der Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.