06.04.2023
INFORMATION ZUR BAUSTELLE HILDE

Beginn des Tiefbaus mit Errichtung der Bohrpfahlwand

Mit diesem Newsletter möchten wir Sie kurz vor den hoffentlich erholsamen Osterfeiertagen über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen im Projekt HILDE informieren und Ihnen erläutern, welche Arbeiten in den nächsten sechs Wochen anstehen.

Anlieferung von zwei Bohrgeräten

Wie Sie vielleicht schon gesehen haben, ist Anfang dieser Woche das erste Großbohrgerät auf der Baustelle eingetroffen. Das zweite Bohrgerät wird voraussichtlich nach den Osterferien (Kalenderwoche 17 oder 18) auf der Baustelle ankommen und dort für ca. vier Wochen im Einsatz sein. Die Anlieferung auf die Baustelle läuft über die Hildegardstraße.  

Eine Anlieferung solcher Großgeräte muss von einer Polizeieskorte begleitet werden, um einen sicheren Transport zu gewährleisten – in München ist eine Polizeibegleitung erst ab 22 Uhr möglich. Der genaue Zeitpunkt der Anlieferung hängt von den nächtlichen Einsätzen der Polizei ab und kann daher nicht genau festgelegt werden. Die Anlieferung wird voraussichtlich eine bis eineinhalb Stunden dauern.

Baubeginn nach Ostern

Wir bitten um Verständnis, wenn es in den Wochen nach Ostern etwas lauter wird: Wir beginnen nun mit der Herstellung der Bohrpfahlwände im Bereich der Hochbrückenstraße. Um die drei Untergeschosse errichten zu können, sind mehrere Schritte notwendig. Die in 2022 begonnene Vorverbaumaßnahme wurde abgeschlossen. Nun folgt die zweite Phase der Baugrubenerstellung in Form des Spezialtiefbaus und der Erdarbeiten. Hier geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die bereits erfolgten und die geplanten weiteren Bauabschnitte. 

Stufe 1: Vorbereitung für den Tiefbau (Vorverbau) > bereits erfolgt

✓ Rückbau des 1. Untergeschosses des ehemaligen Parkhauses 
✓ Einbringen der Verbauträger
✓ Herstellung der Rückverankerungen (=Befestigung)
✓ Aushub bis zur Arbeitsebene des Bohrgeräts

Stufe 2: Baugrubenaushub und Hauptverbau > ab April 2023

✓ Anfertigung der Entspannungsbrunnen
>> Erstellung der Bohrpfahlwand (Ø 120cm)
>> Herstellung weiterer Rückverankerungen
>> Aushub bis auf ca. 14 Meter unter Geländeoberkante
>> Erstellung des Tiefteils in der Grundstücksmitte für das geplante Parksystem der Anwohner:innenstellplätze in bis zu 24 Metern Tiefe

Nächste Phase: Erstellung der Bohrpfahlwand

Nach Fertigstellung der Entspannungsbrunnen, die einen Aufstau des Grundwassers vermeiden, wird in der nächsten Phase die Bohrpfahlwand hergestellt. Die Reihenfolge der Bohrungen erfolgt gegen den Uhrzeigersinn rund um das Baufeld: Die beiden Bohrgeräte beginnen ihre Arbeit auf der Ostseite (Hochbrückenstraße), dann folgt die Nordseite (Hildegardstraße) und schließlich die Westseite (Neuturmstraße) in Richtung Süden. Die Bohrpfahlwand wird dabei umlaufend im Bereich der Grundstücksgrenze hergestellt.

Dübel XXL – so funktioniert der Bau einer Bohrpfahlwand:

Warum braucht man überhaupt eine Bohrpfahlwand? Den Grund dafür kennt jeder, der schon mal im Sandkasten ein tiefes Loch graben wollte. Um zu verhindern, dass der Rand ständig abrutscht, muss eine Befestigung her. Im Sand reicht eine Plastikschaufel, die in den Boden gesteckt wird – im Tiefbau braucht man viele Meter tiefe Wände. Damit die Wände vom Erdreich nicht in die Baugrube gedrückt werden, müssen sie irgendwie befestigt werden. Eine in München entwickelte Methode hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt: Bohrpfähle mit Rückverankerungen. Dabei dienen Betonpfähle als Halterung für große Anker, die wie Dübel in die Wand gedreht werden und die Stabilität der Baugrube sicherstellen.

Hierzu werden zuerst Hohlräume mit einem Durchmesser von ca. 1,2 Meter rund 20 Meter tief in den Boden gebohrt und anschließend mit Beton verfüllt. Die Bohrarbeiten für einen Pfahl sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel von den Untergrundverhältnissen und der Materialanlieferung. Im Idealfall können pro Bohrgerät bis zu zwei Bohrpfähle pro Tag hergestellt werden.  

Nach Aushub der ersten Arbeitsebene werden die Rückverankerungen waagerecht in den Betonkörper (Bohrpfahl) geschraubt. Im Anschluss wird bis zur nächsten Lage ausgehoben und die nächste Ebene an Rückverankerungen gesetzt. Dieses Vorgehen wiederholt sich bis zur Baugrubensohle. Insgesamt gibt es drei verschiedene Ebenen.

Ausblick: Ein Jahr lang wird gebaggert  

Die Baugrube soll im 2. Quartal 2024 fertiggestellt sein. Warum das länger als ein Jahr dauert? Um Platz für die neuen Gebäudekörper zu schaffen, sind mehr als 34.000 Kubikmeter Erdreich auszubaggern. Das entspricht umgerechnet 34 Millionen Litern. 

Mit dem Gießen der Bodenplatte beginnt anschließend der Rohbau. So ein Hochbau geht dann meist schneller voran, als viele erwarten. Nach zwei Jahren Bauzeit sollen die neuen Häuser fertig sein. Wenn alles nach Plan läuft, sind die Baumaßnahmen im Jahr 2026 abgeschlossen.

Lärmschutz für Schülerinnen und Schüler 

Um die Schule und die Anwohner:innen so gut wie möglich vor dem Baulärm zu schützen, haben wir Anfang März eine massive, bis zu sieben Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, die insgesamt auf einer Länge von mehr als 40 Metern entlang der Baugrube verläuft. Mit Rücksicht auf die umliegenden Anwohner:innen und Hotelgäste haben wir auch bei den Arbeitszeiten entsprechende Vorkehrungen getroffen: So beginnen lärmintensive Arbeiten – etwa der Betrieb des Bohrgeräts – erst ab 8 Uhr morgens. Nach 18 Uhr ruht die Baustelle.

 


ZAHLEN UND FAKTEN RUND UM DIE BAUSTELLE
Fläche des Baufelds: 3.308 m²
Anzahl der Bohrpfähle: 324
Dauer des Hauptverbaus: ca. 19 Monate 
Name der Bohrgeräte: BG 28


Anmerkung der Redaktion zur Grafik: der zeitliche Ablauf hat sich leicht verändert (siehe News Update vom 25.07.2023)